Texte und Gedichte

Nur auf dem Pfad der Nacht erreicht man die Morgenröte.
Khalil Gibran

Der Tod ist gross.
Wir sind die Seinen lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen, wagt er zu weinen
Mitten in uns.
Rainer Maria Rilke

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Psalm 23

Leuchtende Tage - weine nicht, dass sie vorüber, lächle, dass sie gewesen.
(unbekannt)

Alles hat seine Zeit.
Es gibt eine Zeit der Stille,
eine Zeit des Schmerzes, der Trauer
und eine Zeit der dankbaren Erinnerung.
(unbekannt)
Die Liebe baut uns die Brücke von der Erde in den Himmel, vom Diesseits ins Jenseits.
(unbekannt)
Schliesse mir die Augen beide
Mit den lieben Händen zu!
Geht doch alles, was ich leide,
Unter deiner Hand zur ruh.

Und wie leise sich der Schmerz
Well um Welle schlafen leget,
Wie der letzte Schlag sich reget,
Füllest du mein ganzes Herz.
Theodor Storm

Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
Jean Paul

Memento
Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und lass mich willig in das Dunkel treiben,
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiss es wohl, dem Gleiches widerfuhr;
- Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt : den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muss man leben.
Mascha Kaléko

Gott hat der Hoffnung einen Bruder gegeben.
Er heisst Erinnerung.
Michelangelo

Für Samay

Wir kommen weit her liebes Kind
Und müssen weit gehen
Keine Angst
Alle sind bei Dir
Die vor Dir waren
Deine Mutter, Dein Vater
Und alle, die vor ihnen waren
Weit, weit zurück
Alle sind bei Dir
Keine Angst
Wir kommen weit her
Und müssen weit gehen
Liebes Kind.
Heinrich Böll

Die Erinnerung ist das einzige Paradies,
aus dem wir nicht vertrieben werden können.
Dietrich Bonhoeffer
Erinnerungen sind kleine Sterne,
die tröstend in das Dunkel unserer Trauer leuchten.
(unbekannt)
Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,
von vielen Blättern eines,
dies eine Blatt, man merkt es kaum,
denn eines ist ja keines.
Doch dieses Blatt allein
war ein Teil von unserem Leben,
drum wird dies eine Blatt
allein uns immer wieder fehlen.
(unbekannt)
Ich glaube,wenn der Tod unsere Augen schliesst,
wir in einem Lichte stehen,
von welchem unser Sonnenlicht nur der Schatten ist.
(Arthur Schopenhauer)
Steh nicht weinend an meinem Grab,
ich bin nicht dort unten, ich schlafe nicht.
Ich bin tausend Winde, die weh'n,
ich bin das Glitzern der Sonne im Schnee,
ich bin das Sonnenlicht auf reifem Korn,
ich bin der sanfte Regen im Herbst.

Wenn Du erwachst in der Morgenfrühe,
bin ich das schnelle Aufsteigen der Vögel
im kreisenden Flug.
Ich bin das sanfte Sternenlicht in der Nacht.
Steh nicht weinend an meinem Grab,
Ich bin nicht dort unten, ich schlafe nicht.
(unbekannt)

Weil Deine Augen so voll Trauer sind,
und Deine Stirn so schwer ist von Gedanken,
lass mich Dich trösten, so wie man ein Kind
in Schlaf einsingt, wenn letzte Sterne sanken.

Die Sonne ruf ich an, das Meer, den Wind,
Dir ihren hellsten Sonnentag zu schenken,
den schönsten Traum auf Dich herabzusenken,
weil Deine Nächte so voll Wolken sind.

Und wenn Dein Mund ein neues Lied beginnt,
dann will ich Meer und Wind und Sonne danken,
weil Deine Augen so voll Trauer sind,
und Deine Stirn so schwer ist von Gedanken...
Mascha Kaleko

Der Segen der Trauernden

Gesegnet seien alle,
die mir jetzt nicht ausweichen.
dankbar bin ich für jeden,
der mir einmal zulächelt
und mir seine Hand reicht,
wenn ich mich verlassen fühle.

Gesegnet seien die,
die mich immer noch besuchen,
obwohl sie Angst haben,
etwas Falsches zu sagen.

Gesegnet seien alle,
die mir erlauben
von dem Verstorbenen zu sprechen.
Ich möchte meine Erinnerungen
nicht totschweigen .
Ich suche Menschen,
denen ich mitteilen kann,
was mich bewegt.

Gesegnet seien alle,
die mir zuhören,
auch wenn das,
was ich zu sagen habe,
sehr schwer zu ertragen ist.

Gesegnet seien alle,
die mich nicht ändern wollen,
sondern geduldig so annehmen,
wie ich jetzt bin.

Gesegnet seien alle,
die mich trösten
und mir zusichern,
daß Gott mich nicht verlassen hat.

(Marie-Luise Wölfing)

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