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Sprachbilder:
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Es ist
schwierig, selber den Tod, das Sterben zu begreifen, zu verstehen, zu
akzeptieren. Es war für uns darum von Anfang an ein grosses Anliegen, sowohl Davids Erkrankung als auch sein Sterben-Müssen nicht vor unseren Kindern zu verbergen, sondern in ihrem Alter angemessenen Worten auf ihre Fragen einzugehen, auch wenn uns das oft selber sehr geängstigt und belastet hat, weil auf manche Kinderfragen ist es schwer eine Antwort zu geben.... Wichtig
ist vor allem, dass man Bilder benutzt, an die man selber auch glauben
kann, weil man sonst unglaubwürdig wird und die Kinder einem nicht
mehr glauben können.
Hier folgend notiere ich einige dieser "Sprachbilder", wie ich sie nenne, die unseren Kindern ( damals 5 und 3) geholfen haben zu verstehen, was da geschieht. |
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Mami,
warum muss ein Kind sterben? Stell
Dir eine ganz grosse Höhle vor, der Eingang leuchtet ganz hell. Jede
dieser Kerzen ist ein Lebenslicht. Wir hoffen
und glauben, dass unsere Lebenslichter noch ganz lang brennen, aber wissen
tun wir das nicht. |
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Was
ist Krebs?
Der Körper des Menschen besteht aus ganz vielen einzelnen Zellen. Jede dieser Zellen weiss genau, was sie für eine Aufgabe hat. Die eine muss den vordersten Teil Deines Fingers sein, die andere steckt im Herz drin, die dritte hilft Dir beim Springen..... Manchmal kommt es aber vor, dass so eine Zelle ihr Gedächtnis verliert. Auf einmal weiss sie nicht mehr, was sie tun soll, welche Aufgabe sie gehabt hat. Weil sie aber nicht faul sein will, sondern doch mithelfen will, dass der Körper funktioniert, arbeitet sie weiter. Sie isst und wächst und vermehrt sich, sie macht lauter neue kleine Zellen - die aber auch nicht wissen, was sie tun sollen. Auf einmal steckt irgendwo im Körper ein Häufchen solcher Zellen, die wie wild arbeiten und wachsen und eigentlich doch nichts tun. Du sagst : das macht ja nichts, die tun ja nichts böses. Da hast Du recht und auch unrecht. Weil sie nämlich so fleissig sind, nehmen sie den anderen Zellen, die ihr Gedächtnis noch nicht verloren haben, den Platz und das Essen weg... Von da an nennen wir Erwachsenen sie "Krebsli-Zellen", weil sie nur wachsen und doch nichts tun. Davon kann man ganz schön krank werden, weil irgendwann nämlich die guten Zellen ihre Arbeit nicht mehr richtig tun können, weil die Zellen ohne Gedächtnis so fleissig sind und den guten Zellen den Platz und das Essen wegnehmen. Dann muss man ins Krankenhaus, wo die Ärzte versuchen, die Zellen ohne Gedächtnis zu stoppen. Manchmal kann man sie einfach herausschneiden mit einer Operation, wo der Mensch und die guten Zellen einen ganz speziell tiefen Schlaf haben, damit ihnen das nicht weh tut. Manchmal bekommt der Mensch Medizin, die den guten Zellen helfen soll, von den Krebslizellen ihren Platz zurückzubekommen. Manchmal bekommen die guten Zellen auch Hilfe von etwas, was die Erwachsenen "Bestrahlung" nennen, da wird ein ganz spezielles Licht auf die Zellen ohne Gedächtnis losgelassen, das sie komplett verwirrt und sie am Wachsen hindert. Oft hilft das den guten Zellen, ihren Platz zurückzuerobern. Manchmal hilft es aber nicht, dann können die Krebslizellen weiterwachsen und machen den Menschen immer kranker, weil immer weniger gute Zellen da sind, die helfen, dass der Körper richtig funktioniert, man laufen, essen, atmen, reden, fühlen kann. Dann sind die Erwachsenen traurig, weil sie wissen, dass dieser kranke Mensch nicht mehr geheilt werden kann und dass er sterben wird. Traurig sein ist auch wichtig, doch der Mensch mit den Krebslizellen, der nun fest krank ist, der ist irgendwann ganz froh, wenn er seinen Körper verlassen kann, der so verwirrt und durcheinander ist und dann stirbt er. |
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Warum
muss David an seinen Krebsli-Zellen sterben? Die Menschen-Doktors
können ganz viele Sachen heute heilen, weil sie ganz viel gelernt
haben, wie ein Menschenkörper funktioniert. Doch der Menschenkörper
ist komplizierter als die komplizierteste Maschine, die je ein Mensch
gebaut hat. |
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Warum
werden Menschen begraben? |
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